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Sand im Darm – wie senkt man das Risiko?

Sand im Darm – wie senkt man das Risiko?

Sand im Darm kann Pferde auf der Weide ebenso betreffen wie Pferde im Stall. Am häufigsten passiert es, wenn das Pferd Futter direkt vom sandigen Boden aufnimmt oder sehr kurzes Gras abrupft. Kleine Sandmengen verlassen den Darm gewöhnlich auf natürlichem Weg, doch sammelt sich Sand über längere Zeit an, kann er die Darmwand reizen, die Verdauung stören und sogar schmerzhafte Koliken verursachen, die einen Tierarzt brauchen.

Das Risiko einer Sandeinlagerung im Darm steigt besonders in Trockenperioden, wenn das Gras kurz ist und Pferde die Pflanzen intensiv zusammen mit dem Boden aufnehmen. Häufiger sieht man das Problem auch bei Pferden, deren Heu oder Futter direkt auf den Boden gestreut wird. Manche Pferde neigen aus Langeweile oder wegen Nährstoffmängeln zusätzlich dazu, Sand aufzunehmen, was das Risiko einer Ablagerung im Verdauungstrakt weiter erhöht.

Die Zeichen einer Sandeinlagerung im Darm sind unspezifisch und entwickeln sich oft allmählich. Dazu können wiederkehrende, leichte Kolikzeichen, nachlassender Appetit, Gewichtsabnahme, lockererer Kot oder zeitweiser Durchfall und ein Konditionsverlust gehören. In fortgeschrittenen Fällen kann es zu einer starken Kolik durch Reizung oder teilweise Verlegung des Verdauungstrakts kommen. Bei Verdacht auf Sandeinlagerung sollte immer ein Tierarzt hinzugezogen werden, der Diagnostik und Vorgehen festlegt.

Aus Sicht der Fütterung spielt die Vorbeugung die wichtigste Rolle. Grundlage ist genug rohfaserreiches Raufutter, das eine gesunde Darmfunktion und den natürlichen Weitertransport des Darminhalts unterstützt. Heu und Kraftfutter sollten nicht direkt auf sandigem Boden gegeben werden. Deutlich besser sind Raufen, Matten oder Gummibeläge, die die versehentliche Sandaufnahme begrenzen. Auch die Höhe der Grasnarbe auf der Weide sollte stimmen, und übermäßiges Grasen auf sandigem Boden ist zu vermeiden.

Futterzusätze mit Flohsamenschalen (Plantago psyllium), auch als Psyllium bezeichnet, können in der Vorbeugung ebenfalls helfen. Im Verdauungstrakt bilden sie eine Gelstruktur, die helfen kann, abgelagerten Sand zusammen mit dem Darminhalt auszuscheiden. Sie sollten jedoch die richtige Fütterung und ein passendes Haltungsmanagement nicht ersetzen. Außerdem, und das ist wichtig, sollte ihr Einsatz an das einzelne Tier und an die Empfehlungen von Tierarzt oder Ernährungsberater angepasst werden.

💡INTERESSANT: 

Eine Sandeinlagerung im Darm entwickelt sich allmählich. Selbst kleine Sandmengen, die täglich aufgenommen werden, können sich über viele Wochen im Verdauungstrakt ansammeln und das Kolikrisiko erhöhen. Deshalb ist Vorbeugung deutlich wirksamer als die Behandlung der Folgen einer Sandansammlung.

Zusammengefasst ist die Sandeinlagerung im Darm ein Problem, dem man in den meisten Fällen wirksam vorbeugen kann. Passendes Weidemanagement, Futtervorlage von sauberem Untergrund und eine rohfaserreiche Ration senken das Risiko, dass sich Sand im Verdauungstrakt ansammelt, deutlich. Regelmäßige Beobachtung des Pferdes und eine schnelle Reaktion auf die ersten beunruhigenden Zeichen helfen, schwerere gesundheitliche Folgen zu vermeiden! 💖

Anna Porożyńska

Anmerkungen:

Hassel, Diana M., Taylor Curley, and Elizabeth L. Hoaglund. “Evaluation of fecal sand clearance in horses with naturally acquired colonic sand accumulation with a product containing probiotics, prebiotics, and psyllium.” Journal of equine veterinary science 90 (2020): 102970.
Kaikkonen, Ritva, et al. “Comparison of psyllium feeding at home and nasogastric intubation of psyllium and magnesium sulfate in the hospital as a treatment for naturally occurring colonic sand (geosediment) accumulations in horses: a retrospective study.” Acta Veterinaria Scandinavica 58.1 (2016): 73.
Niinistö, K., and B. W. Sykes. “Diagnosis and management of sand enteropathy in the horse.” Equine veterinary education34.11 (2022): 600-606.
Niinistö, Kati, et al. “Comparison of the effects of enteral psyllium, magnesium sulphate and their combination for removal of sand from the large colon of horses.” The Veterinary Journal202.3 (2014): 608-611.
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