Am stärksten von Muskelübersäuerung betroffen sind Pferde, die kurze, aber sehr intensive Arbeit leisten, etwa Rennpferde, Springpferde und Vielseitigkeitspferde in der Geländeprüfung. Das Risiko ist auch höher bei Pferden mit schlechter Kondition, bei Dehydrierung oder bei Arbeit in hohen Temperaturen. Muskelübersäuerung ist nicht allein die Folge einer einzelnen harten Trainingseinheit. Sie entsteht oft, wenn der Organismus nicht genug Zeit zur Regeneration hat oder die Intensität zu abrupt gesteigert wird.
Die Grundlage der Vorbeugung ist ein gut geplantes Training. Eine schrittweise Steigerung der Intensität verbessert die Leistungsfähigkeit und sorgt dafür, dass die Muskeln länger aerob Energie gewinnen. Ebenso wichtig sind das Aufwärmen vor der Arbeit und ein ruhiges Abgehen im Schritt nach dem Training, das die Muskelregeneration und die allmähliche Rückkehr in den Ruhezustand unterstützt.
Auch die Fütterung spielt eine wichtige Rolle. Die Ration eines Sportpferdes sollte auf gutem Heu und passend gewähltem Futter beruhen. Übermäßige Stärkemengen aus Getreide sollte man vermeiden und einen Teil der Energie über Fett zuführen, zum Beispiel über Pflanzenöle oder Reiskleie. So lassen sich die Glykogenvorräte der Muskeln schonen und der Anteil anaerober Energiegewinnung bei der Arbeit begrenzen.
Eine passende Elektrolytversorgung darf nicht fehlen. Mit dem Schweiß verliert das Pferd vor allem Natrium, Chlorid und Kalium, und ein Mangel daran kann die Muskelfunktion verschlechtern und die Regeneration nach der Arbeit verlängern. Deshalb sollte man sie bei intensivem Training und auf Turnieren ausgleichen und dem Pferd ständigen Zugang zu frischem Wasser sichern.
Zusätzliche Unterstützung für die Muskeln bieten Bestandteile mit antioxidativer Wirkung, vor allem Vitamin E und Selen, die den oxidativen Stress bei intensiver Arbeit begrenzen helfen. Ebenso wichtig ist eine ausreichende Zufuhr von hochwertigem Eiweiß und essenziellen Aminosäuren. Sie unterstützen die Reparatur von Mikroschäden der Muskelfasern und die Regeneration nach dem Training.
Zusammengefasst lässt sich Muskelübersäuerung nicht immer vollständig verhindern, doch richtig geführtes Training, eine gut ausgeglichene Ration und eine passende Regeneration senken das Risiko deutlich. So kommt das Pferd schneller zu voller Einsatzfähigkeit zurück, verträgt intensive Arbeit besser und erzielt bessere sportliche Ergebnisse! 🏇