Die Grundlage der Ausdauer ist die richtige Energiequelle. Es geht nicht nur um die Menge, sondern vor allem darum, woher sie stammt. Eine Ration, die vor allem auf Stärke und Einfachzuckern beruht, also auf viel Getreide, kann schnelle Energiespitzen erzeugen, aber ebenso schnelle Einbrüche. In der Praxis hat das Pferd zu Beginn des Trainings Kraft, ermüdet aber schnell und verliert an Leistungsfähigkeit. Deutlich besser ist langsam verfügbare Energie aus Rohfaser und Fett. Sie wird nach und nach frei, sodass das Pferd länger und gleichmäßiger arbeiten kann.
Rohfaser spielt hier eine zentrale Rolle, denn sie ist der natürliche Brennstoff des Pferdes. Gutes Heu sollte die Grundlage der Ration sein, und ständiger Zugang dazu unterstützt nicht nur die Verdauung, sondern auch ein stabiles Energieniveau. Sinnvoll sind außerdem rohfaserreiche Futtermittel wie melassefreie Zuckerrübenschnitzel oder Grascobs, die die Ausdauer verbessern, ohne einen Energieüberschuss zu riskieren.
Fett gewinnt in der Fütterung von Sportpferden ebenfalls an Bedeutung. Pflanzenöle wie Leinöl sind eine ausgezeichnete Quelle konzentrierter Energie, die den Blutzucker nicht sprunghaft verändert. Pferde, deren Ration Fett enthält, zeigen oft bessere Ausdauer, ermüden langsamer und regenerieren schneller nach der Arbeit. Außerdem unterstützt Fett die Muskeln und wirkt entzündungshemmend.
Auch Eiweiß darf nicht fehlen, denn es ist für Regeneration und Wiederaufbau der Muskeln zuständig. Eiweißmangel kann zu Formverlust, Schwäche und langsamerer Regeneration nach dem Training führen. Ein Überschuss verbessert die Ausdauer dagegen nicht und kann den Organismus belasten. Deshalb zählen das Gleichgewicht und hochwertiges Eiweiß, zum Beispiel aus Luzerne.
Die Ausdauer eines Pferdes ist auch eine Frage der richtigen Hydratation und des Elektrolytgleichgewichts. Bei intensiver Arbeit verliert das Pferd mit dem Schweiß nicht nur Wasser, sondern auch wertvolle Mineralstoffe wie Natrium, Kalium und Chlorid. Ein Mangel führt zu schnellerer Ermüdung, nachlassender Leistungsfähigkeit und sogar zu Muskelproblemen. Deshalb sollten intensiv gearbeitete Pferde Elektrolyte erhalten, die diese Verluste ausgleichen.
Ein Nachlassen der Ausdauer kann auch auf Gesundheitsprobleme, eine gestörte Darmflora, Magengeschwüre oder unregelmäßige Fütterung hinweisen. Die Unterstützung des Verdauungstrakts durch Zusätze wie Futterhefe und durch einen passenden Futterplan hat deshalb direkten Einfluss auf die Leistungsfähigkeit im Training.
Zusammengefasst ist die Ausdauer eines Pferdes im Training nicht nur das Ergebnis gut geplanten Trainings, sondern vor allem einer richtig ausgeglichenen Ration. Die passende Menge langsam verfügbarer Energie, das richtige Verhältnis von Eiweiß und Fett, der Ausgleich der Elektrolyte und ein gesunder Verdauungstrakt machen das möglich. Wenn Ihr Pferd schneller ermüdet oder die Form schwer hält, sollte zuerst die Fütterung angesehen werden.