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Zu viel Energie – Vorbereitung auf das Training draußen

Zu viel Energie – Vorbereitung auf das Training draußen

Mit dem Frühling kommt der Moment, auf den viele Reiter sehnsüchtig warten: die ersten Trainingseinheiten im Freien. Längere Tage, wärmeres Wetter, mehr Platz und frisches Gras geben den Pferden Schwung. Ein zu plötzlicher Energieschub kann jedoch schnell zum Problem werden – beim Reiten und für den Verdauungstrakt. Deshalb muss die Fütterung gut vorbereitet sein, bevor die Freiluftsaison beginnt.

Im Winter trainieren die meisten Pferde weniger intensiv und verbrauchen deshalb weniger Energie. Kürzere Tage, rutschiger Boden und weniger Paddockzugang verringern die tägliche Bewegung zusätzlich. Eine Winterration, die vor allem aus Heu und Kraftfutter besteht, führt oft zu einer leichten Gewichtszunahme. Wenn die Temperaturen steigen und das Training länger und anspruchsvoller wird, sollte man die Rationen genau ansehen und anpassen, bevor das Pferd wieder voll arbeitet.

Wie das Training selbst sollten Änderungen der Ration schrittweise erfolgen. Eine plötzliche Änderung der Kraftfuttermenge oder der Art der Energie kann zu Übererregbarkeit, Kolik oder Verdauungsproblemen führen. Die Ration sollte deshalb zum aktuellen Arbeitspensum passen – nicht zum geplanten. Kommt das Pferd gerade erst nach der Winterpause ins Training zurück, braucht es noch keine große Menge schnell verfügbarer Energie. Besser sind Futter mit viel Rohfaser und Fett, die langsam verfügbare Energie liefern und die Ausdauer unterstützen, nicht die Hitzigkeit. Zuckerrübenschnitzel, Reiskleie oder Leinöl sind eine gute Wahl.

Im Frühjahr wollen Pferde sich bewegen, sind aber auch schwerer zu kontrollieren. Zu viel Kraftfutter, besonders wenn es getreide- und stärkereich ist, kann diesen Effekt verstärken. Ist das Pferd hitzig, lohnt es, Getreide zugunsten von Rohfaser und Fett zu reduzieren oder stärkearmes Futter zu wählen. Die Grundlage bleibt selbstverständlich gutes Heu. Ein Pferd mit ständigem Zugang zu Rohfaser ist weniger anfällig für Energieschwankungen und für Stress durch Hunger.

Bei den Ergänzungen kann Magnesium helfen, weil es das Nervensystem unterstützt und die Konzentration fördert. Auch die B-Vitamine und Vitamin E sollten nicht fehlen, denn sie unterstützen Muskeln und Energiestoffwechsel. Beruhigende Kräuter wie Melisse, Hopfen, Baldrian oder Kamille sind ebenfalls sinnvoll. Eine gut gewählte Ergänzung mit Kräutern kann helfen, Energie und Konzentration im Gleichgewicht zu halten – besonders bei Pferden, die im Frühjahr zu Übererregbarkeit neigen.

Zusammengefasst ist der Energieüberschuss im Frühjahr ein natürliches Phänomen, das sich über eine durchdachte Fütterung gut steuern lässt. Die Ration sollte schrittweise an die steigende Belastung angepasst werden, mit stabilen Energiequellen, ohne Überschuss an Stärke und Zucker, und mit Unterstützung für Nervensystem und Verdauung. Ausgewogene, langsam verfügbare Energie ist der Schlüssel zu einem sicheren Wiedereinstieg ins Training im Freien und zum Wohlbefinden Ihres Pferdes!

Anna Porożyńska

Anmerkungen:

Cardoso, Luísa P., et al. “Dietary Magnesium Aspartate Reduces Reactivity in Horses.” Journal of Equine Veterinary Science, vol. 35, no. 11, 2015, pp. 900–906.
Ebert, Mark, and Meriel JS Moore-Colyer. “The energy requirements of performance horses in training.” Translational animal science 4.2 (2020): 569-588.
Harris, Patricia A. “Nutrition, Behaviour and the Role of Supplements for Calming Horses: The Veterinarian’s Dilemma.” The Veterinary Journal, vol. 170, no. 1, 2005, pp. 10–11.
Hothersall, Bridget, and Christine Nicol. “Role of Diet and Feeding in Normal and Stereotypic Behaviours in Horses.” Veterinary Clinics of North America: Equine Practice, vol. 25, no. 1, 2009, pp. 167–181.
Martin, Agathe, et al. “Effect of high-starch or high-fibre diets on the energy metabolism and physical performance of horses during an 8-week training period.” Frontiers in Physiology 14 (2023): 1213032.
Ralston, Sarah L. “Nutritional Management of Behaviour Problems in Horses.” Journal of Animal Science, vol. 81, suppl_2, 2003, pp. E14–E18.
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