Pferdehufe wachsen im Schnitt acht bis zehn Millimeter im Monat. Dieses Wachstum braucht die passenden Nährstoffe, die den Aufbau und die Regeneration des Horns unterstützen. Rissige, brüchige, zu weiche oder ungleichmäßig wachsende Hufe sind sehr oft ein Zeichen von Nährstoffmängeln, auch wenn das Pferd noch keine anderen Krankheitszeichen zeigt. Ein Mangel an Spurenelementen wie Zink oder Kupfer beeinträchtigt zum Beispiel die Mineralisierung und die Struktur des Hufs, was zu ungleichmäßigem Wachstum und Rissen führt. Ein Mangel an Biotin, also Vitamin B7, führt zu brüchigem, sprödem Horn. Auch Mängel an Eiweiß und schwefelhaltigen Aminosäuren wie Methionin oder Cystein wirken sich negativ auf die Qualität des Hufhorns aus, denn sie werden für die Synthese von Keratin gebraucht, dem Hauptbaustoff des Hufs. Fehlen sie, kann der Huf langsamer wachsen und mechanisch schwächer sein. Nicht nur Mängel, sondern auch Überschüsse mancher Nährstoffe (zum Beispiel Eisen bei Kupfermangel) können die Aufnahme anderer Stoffe stören und den Hufzustand verschlechtern.
Nicht weniger wichtig als die Hufe ist das Fell. Es wechselt zwar mit der Jahreszeit, sein Gesamtbild kann aber viel über Gesundheit und Ration des Pferdes verraten. Stumpfes, brüchiges Fell und Schwierigkeiten beim Fellwechsel können an fehlenden Vitaminen liegen, besonders A und E, sowie an einem Mangel an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Übermäßiger Haarausfall oder kahle Stellen können auf Mängel an Zink, Selen, Biotin oder Eiweiß hinweisen. Raues Fell oder Schuppen deuten nicht selten auf einen chronischen Spurenelementmangel oder auf eine Stoffwechselbelastung hin, die zum Beispiel von minderwertigem Futter kommt: verschimmelt, mit Mykotoxinen belastet oder arm an wertvollen Inhaltsstoffen.
Was tun, wenn sich Hufe und Fell trotz richtiger äußerer Pflege verschlechtern? Der erste Schritt sollte eine genaue Beurteilung des Raufutters sein. Heu, die Grundlage der Ration, sollte sauber und frei von Schimmel sein und im passenden Wachstumsstadium der Pflanzen geerntet worden sein. Auch Kraftfutter braucht Aufmerksamkeit. Sinnvoll sind Sorten mit hoher Verdaulichkeit und niedrigem Stärkegehalt, dafür reich an Rohfaser und gut auf Vitamine und Mineralstoffe abgestimmt. Wird Fertigfutter mit Hafer oder anderem Getreide kombiniert, sollte die Ration um Vitamine und Mineralstoffe ergänzt werden, am besten in gut verfügbarer Form. Biotin, über mehrere Monate in der passenden Menge gegeben, kann die Qualität des Hufhorns deutlich verbessern, die Wirkung setzt aber nicht sofort ein. Fettzusätze wie Leinöl oder Sojaöl können in der Ration unschätzbar sein: Sie verbessern das Aussehen des Fells und unterstützen den Stoffwechsel.
Denk daran: Wenn das Pferd trotz einer Anpassung der Fütterung weiterhin schlechtes Fell und Huferprobleme hat, lohnt sich eine Beratung durch den Tierarzt. Stoffwechselerkrankungen wie das equine metabolische Syndrom (EMS), das Cushing-Syndrom (PPID), chronische Darmentzündungen oder Leberprobleme zeigen sich sehr oft genau als Veränderungen des äußeren Erscheinungsbildes. In solchen Fällen sollte die Ration individuell zusammengestellt werden, am besten zusammen mit einem Pferdeernährungsberater.
Zusammengefasst… Fell und Hufe sind nicht nur die äußere Visitenkarte des Pferdes. Sie zeigen, was im Körper vor sich geht. Wenn das Fell deines Pferdes den Glanz verloren hat und die Hufe brüchig oder schmerzhaft geworden sind, ignoriere diese Signale nicht. Gut möglich, dass die Ursache in der Ration liegt. Fütterungsänderungen wirken nicht von heute auf morgen, aber geduldige Beobachtung und bewusste Futterwahl können eine dauerhafte Verbesserung seiner Gesundheit bringen! ✨