Die Grundlage der Ration eines jungen Pferdes bleibt gutes Heu und Weidezugang, die die Rohfaser für eine gesunde Verdauung sichern. In diesem Stadium reicht Raufutter allein jedoch nicht. Mit dem Alter und intensiverem Training steigt der Energiebedarf. Die Energie sollte nicht nur aus Getreide stammen, denn zu viel davon macht hitzig und erhöht das Risiko von Verdauungsproblemen. Besser sind Quellen mit langsamerer Freisetzung, etwa Reiskleie oder Pflanzenöle. So erhält das junge Pferd zusätzliche Kalorien in einer Form, die das Temperament nicht negativ beeinflusst und zugleich Kondition und Ausdauer unterstützt.
Neben der Energie ist hochwertiges Eiweiß von großer Bedeutung, reich an essenziellen Aminosäuren für Muskelaufbau und eine gesunde Entwicklung. Besonders wichtig sind Lysin und Methionin, die das Pferd nicht selbst bilden kann. Die besten Eiweißquellen im Futter sind Luzerne, Leinkuchen und pflanzliche Schrote, zum Beispiel Sonnenblumenschrot. Sie liefern die wertvollen Aminosäuren, die Muskelentwicklung, Kondition und die Regeneration nach dem Training unterstützen. Reiskleie ist ebenfalls eine interessante Ergänzung. Neben dem Energiewert enthält sie natürliches Gamma-Oryzanol, einen Stoff, der den Aufbau von Muskelmasse günstig beeinflusst.
Ein junges Pferd braucht außerdem eine sorgfältig gewählte Zufuhr an Mineralstoffen: Calcium, Phosphor, Magnesium, Zink, Kupfer und Selen, die für ein starkes Skelett und einen gesunden Bewegungsapparat sorgen. In diesem Alter ist Vorbeugung besonders wichtig. Mängel können Gesundheitsprobleme nach sich ziehen, die sich erst später zeigen. Deshalb sollten in der Ration eines jungen Pferdes Futter oder Vitamin- und Mineralstoffergänzungen für diese Altersgruppe nicht fehlen. Passende Zusätze können den Organismus zusätzlich unterstützen. Futterhefe verbessert Verdauung und Nährstoffaufnahme, und Leinöl oder andere Pflanzenöle liefern Omega-3-Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken und die Muskelregeneration unterstützen. Bei jungen Pferden, die zu Übererregbarkeit neigen, bewähren sich auch beruhigende Kräuter wie Melisse, Kamille oder Hopfen. Sie helfen bei Konzentration und emotionaler Balance in der Arbeit.
Zusammengefasst braucht ein junges Pferd im Alter von 4–6 Jahren eine Ration, die den noch wachsenden Organismus mit den neuen Anforderungen der Arbeit unter dem Sattel in Einklang bringt. Ausgewogene Energiequellen, hochwertiges Eiweiß, die passende Menge an Vitaminen und Mineralstoffen sowie Zusätze für Gesundheit und seelische Balance lassen Entwicklung und Arbeit harmonisch zusammengehen. Die richtige Fütterung in dieser Zeit ist eine Investition in die Zukunft. So bewältigt das Pferd nicht nur die Trainingsanforderungen besser, sondern wird zu einem starken, gesunden und ausgeglichenen Partner für die kommenden Jahre! 🐴💚