Rübenschnitzel sind ein Nebenprodukt, das bei der Zuckerproduktion aus Rüben anfällt. In der Pferdediät werden sie zu den sogenannten „Superballaststoffen“ gezählt. Was bedeutet das? Sie werden im Dickdarm unter Beteiligung der Bakterienflora verdaut, dieser Prozess verläuft jedoch viel einfacher als bei herkömmlichem Heu. Dadurch liefert der Zellstoff große Mengen langsam freigesetzter Energie. Das bedeutet, dass sie keine Hyperaktivität verursachen, gleichzeitig Kraft für die Arbeit liefern und einen sicheren Aufbau der Fitness und Muskelmasse des Pferdes ermöglichen.
Aufgrund des sehr geringen Gehalts an nicht-strukturellen Kohlenhydraten ist Fruchtfleisch (insbesondere Nicht-Melasse) sicher für Pferde mit besonderen Anforderungen. Sie sind ideal für die Fütterung von Pferden mit Geschwüren und Stoffwechselerkrankungen wie Hufrehe, EMS (Equines Metabolisches Syndrom) oder PPID (Cushing-Syndrom). Darüber hinaus ist es ein absolut unschätzbares Futter für ältere Pferde. Senioren, die aufgrund fehlender Zähne kein hartes Heu kauen können, können dank des weichen Fruchtfleisches aus Fruchtfleisch ein gesundes Gewicht und ein gut funktionierendes Verdauungssystem aufrechterhalten.
Das Wichtigste bei der Fütterung von Rübenschnitzeln ist die richtige Zubereitung. Vor dem Servieren müssen sie unbedingt in Wasser eingeweicht werden! Rübenschnitzel haben eine enorme Fähigkeit, Flüssigkeiten aufzunehmen. Sie können ihre Lautstärke bis zum Fünffachen erhöhen. Wenn man sie trocken gibt, kann es zu einer sehr gefährlichen und schmerzhaften Verstopfung der Speiseröhre oder des Magens kommen. Die Einweichzeit hängt von der Form ab: Harte Körnchen benötigen meist mehrere Stunden (es lohnt sich, sie mit warmem Wasser zu übergießen, das beschleunigt den Vorgang), während kleine Flocken deutlich schneller aufquellen.
Ein großer Vorteil von Rübenschnitzeln ist der hohe Gehalt an leicht absorbierbarem Kalzium. Dieses Element spielt eine Schlüsselrolle in der Knochenstruktur und hat darüber hinaus Eigenschaften als Puffer für die Magensäure, was bei Pferden mit Magengeschwüren äußerst wertvoll ist. Darüber hinaus gleicht der Kalziumreichtum im Fruchtfleisch auf natürliche Weise den überschüssigen Phosphor aus, der in traditionellen, auf Getreide basierenden Diäten (z. B. Hafer) enthalten ist. Bei einer getreidefreien Ernährung lohnt es sich, das Verhältnis dieser beiden Elemente in der gesamten Futterration zu kontrollieren. Bei Bedarf kann Phosphor leicht durch die Kombination von Fruchtfleisch mit Kleie (z. B. Reis oder Weizen) ergänzt werden.
Wie Sie sehen, gibt es für Rübenschnitzel ein sehr breites Einsatzspektrum. Sie müssen in der Ernährung Ihrer Pferde keine Angst davor haben. Dies ist ein wertvoller Bestandteil, der sich gesundheitsfördernd auf den Darm auswirkt und es Ihnen ermöglicht, überschüssigen Hafer auszuscheiden. Denken Sie bei der Einführung in die Ernährung an die goldene Regel: Führen Sie jedes neue Futter schrittweise ein. Eine zu abrupte Ernährungsumstellung kann zu Verdauungsbeschwerden führen!