Die Grundlage ist ständiger Zugang zu Raufutter. Unter Stress verdaut das Pferd schneller, frisst möglicherweise weniger oder pickt nervös im Futter. Fehlt der ständige Zugang zu Heu, kann die Anspannung zunehmen und überschüssige Magensäure entstehen, was das Risiko für Magengeschwüre erhöht. Auch im Transport oder auf dem Turnier sollte das Pferd Zugang zu hochwertigem Heu haben. Am besten in einem engmaschigen Netz, das die Fresszeit verlängert und Sicherheit gibt.
Der nächste wichtige Baustein ist die Unterstützung des Verdauungstrakts. Stress verändert die Zusammensetzung der Darmflora, was Durchfall oder Kolik nach sich ziehen kann. Deshalb lohnt es, die Ration mit Futterhefe, Präbiotika und Probiotika anzureichern, die die Mikroflora stabilisieren und die Verdauung der Rohfaser unterstützen. Melassefreie Zuckerrübenschnitzel bewähren sich ebenfalls als Quelle leicht fermentierbarer Rohfaser. Sie sind magenschonend und werden gern gefressen.
In Stresssituationen sollte man das Pferd nicht zusätzlich mit stärkereichem und zuckerreichem Futter anregen, also mit Futter, das Hafer, Gerste oder Mais enthält. Deutlich günstiger sind Quellen langsam verfügbarer Energie: getreidefreies Futter mit hohem Rohfasergehalt und Pflanzenöle. Leinöl bewährt sich sehr gut. Es erhöht den Energiegehalt der Mahlzeit, wirkt entzündungshemmend und unterstützt das Fell.
In der Ration eines Pferdes unter Stress dürfen auch die Mineralstoffe nicht fehlen, vor allem Magnesium, das das Nervensystem unterstützt, die Muskeln lockern hilft und Zeichen der Anspannung lindert. In Phasen starken Stresses sollte Magnesium passend ergänzt werden, ebenso die Elektrolyte, besonders wenn das Pferd stark schwitzt. Zusätzliche Hilfe können beruhigende Kräuter wie Melisse, Kamille oder fertige Kräutermischungen sein, etwa unser “Calm Down” Grassland. Denken Sie jedoch daran, vor Turnieren Dopingsubstanzen zu vermeiden, zum Beispiel Baldrian.
Bei Stallwechsel, Reisen oder in der Rehabilitation ist auch eine stabile Fütterung entscheidend. Plötzliche Änderungen der Ration können den Stress verstärken und die Verdauung stören. Eine Futterumstellung nimmt man am besten schrittweise vor, einige Wochen vor dem geplanten Ereignis.
Zusammengefasst ist Stress beim Pferd nicht nur ein Verhaltensproblem, sondern auch ein physiologisches. Mit passend gewählter Fütterung lassen sich die Zeichen lindern, die Abwehr stärken und die Regeneration unterstützen. Ständiger Zugang zu Rohfaser, Schutz der Darmflora, Begrenzung leicht verfügbarer Zucker und die Versorgung mit nötigen Mineralstoffen sind die Grundpfeiler der Ration in belastenden Momenten. Kurz gesagt: Ein ruhiges Pferd ist ein gesünderes Pferd! 💖