Mash ist ein Ergänzungsmischfutter für Pferde, das nass gefüttert wird. Der traditionelle Mash bestand aus Leinsamen, Weizenkleie, Hafer und natürlich Wasser. Die Zubereitung erforderte mehrere Schritte: den Leinsamen aufkochen und damit ungequetschten Hafer übergießen, mit Weizenkleie bedecken und etwa 2 Stunden zugedeckt stehen lassen. Wie man sieht, ist das zeitaufwendig, deshalb gibt es auf dem Markt immer mehr schnell zuzubereitende und in den Nährstoffen ausbalancierte Mischungen unter dem Namen Mash.
Trotz der Zusicherungen der Hersteller lohnt sich immer ein Blick auf die Zusammensetzung des fertigen Mash. Ein hoher Anteil schleimbildender Komponenten wie Leinsamen und Leinkuchen ist die Grundlage, deshalb prüfe vor dem Kauf ihren prozentualen Anteil. Hat der Hersteller diese Angabe nicht gemacht, schau, an welcher Stelle sie auf der Zutatenliste stehen. Je weiter hinten, desto geringer ist ihr Anteil im Produkt. Schleimbildende Komponenten enthalten Pflanzenschleim, der die Schleimhaut des Verdauungstrakts umhüllt, der Entstehung von Geschwüren vorbeugt und Reizungen oder Entzündungen lindert. Leinsamen ist außerdem reich an ungesättigten Fettsäuren, die Haut, Fell und Hufe unterstützen. Eine weitere übliche Mash-Zutat ist Weizenkleie, ihr Nachteil ist jedoch der hohe Phosphorgehalt im Verhältnis zu Kalzium, was sich ungünstig auf das Knochengerüst auswirken kann. Für ein passendes Kalzium-Phosphor-Verhältnis sollte die Mischung weniger Weizenkleie und mehr Komponenten enthalten, die reich an Rohfaser und Kalzium sind, also Zuckerrübenschnitzel und Luzerne. In Mash-Rezepturen begegnest du auch Obsttrestern: Apfel, Johannisbeere oder Aronia, die nicht nur Rohfaser liefern, sondern auch die Schmackhaftigkeit verbessern 😋. Die übrigen Komponenten richten sich nach dem einzelnen Pferd. Für ein Pferd mit Verdauungs- oder Atemwegsproblemen eignet sich ein Kräutermash, für einen mäkeligen Fresser ein Früchtemash und für ein Pferd unter starker Belastung ein Mash mit Elektrolyten.
Mash kann bei allen Pferden eingesetzt werden, besonders empfohlen ist er jedoch für Pferde mit Erkrankungen des Verdauungsapparats, weil er eine gesunde Darmflora fördert und vorbeugend Koliken entgegenwirkt. Er lässt sich außerdem leicht kauen und regt den Appetit an, deshalb kann er bei der Fütterung von Pferden in der Rekonvaleszenz und von älteren Pferden mit Zahnproblemen und Schwierigkeiten, das Gewicht zu halten, sehr hilfreich sein. Durch Schmackhaftigkeit und Aroma eignet er sich nicht nur als Futter für mäkelige Fresser, sondern erleichtert auch das Einschmuggeln von Ergänzungsfuttermitteln oder Medikamenten, die Pferde oft ungern aufnehmen.
Am sichersten füttert man Mash 2- bis 3-mal pro Woche als zusätzliche Mahlzeit, wichtig ist die Regelmäßigkeit. Bei täglicher Fütterung denk daran, die Menge zu verringern, denn es ist eine zusätzliche Portion Energie und analytischer Bestandteile in der Ration deines Pferdes. Wenn du ein überdrehtes Einhorn hast, kannst du den Mash anstelle einer der Mahlzeiten geben, um einen Energieüberschuss zu vermeiden. Lies vor dem Anrühren immer die Herstellerangaben auf der Packung zu Wassermenge und Einweichzeit. Die Konsistenz kannst du durch Zugabe von Wasser an die Vorlieben des Pferdes anpassen, und zur Abwechslung Obst oder Gemüse in die fertige Mahlzeit geben. Mash sollte direkt nach der Zubereitung verfüttert werden, weil eingeweichte Futtermittel schnell gären, besonders bei Hitze. Im Winter gibt man ihn am besten warm, damit das Tier sich aufwärmen kann. Im Sommer lohnt es sich dagegen, ihn kalt zu füttern, nach dem Abkühlen als Suppe, damit er den Körper deines Pferdes auf natürliche Weise kühlt und zusätzlich Flüssigkeit liefert.
Ich hoffe, dieser Beitrag hilft euch bei der Wahl des Mash für euer Pferd. Bei Fragen laden wir euch ein, eine Ernährungsberatung zu nutzen!