Pferde ohne Arbeit haben einen deutlich niedrigeren Energiebedarf. Das bedeutet nicht, dass ihre Ration ärmlich sein darf. Im Gegenteil muss sie alle nötigen Vitamine und Mineralstoffe liefern, ohne einen Energieüberschuss zu erzeugen. Zu viel Stärke und Zucker bei Pferden ohne Arbeit begünstigt Übergewicht, Hufrehe und Stoffwechselstörungen. Die Grundlage sollte deshalb gutes Heu sein, am besten zur freien Aufnahme. Beim Kraftfutter eignen sich stärkearme Produkte, reich an Rohfaser, mit einem ausgewogenen Mineral- und Vitaminzusatz.
Besondere Aufmerksamkeit brauchen Pferde in der Rekonvaleszenz, also nach Verletzungen, Operationen oder Krankheiten. Auch ohne Training verbraucht ihr Organismus mehr Nährstoffe für die Reparatur. Die Ration sollte in dieser Zeit die Geweberegeneration, das Immunsystem und eine gesunde Verdauung unterstützen. Hochwertiges Eiweiß ist sehr wichtig, weil es für den Wiederaufbau von Muskeln und Gewebe nötig ist. Leicht verdauliches, getreidefreies Futter mit Pflanzenölen bewährt sich hier. Es liefert langsam verfügbare Energie, ohne das Risiko der Übererregbarkeit.
In der Rekonvaleszenz ist der Verdauungstrakt oft besonders empfindlich, vor allem nach einer medikamentösen Behandlung. Deshalb lohnt eine stabile Darmflora. Futterhefe, Präbiotika und schützende Zusätze wie Leinsamen helfen, den Verdauungstrakt zu schützen und die Nährstoffe besser zu nutzen. Bei Pferden mit wenig Appetit oder Schwierigkeiten bei der Futteraufnahme eignen sich Mash, melassefreie Zuckerrübenschnitzel oder Grascobs als Brei.
Die Rekonvaleszenz ist auch die Zeit, Immunsystem und entzündungshemmende Prozesse zu unterstützen. Omega-3-Fettsäuren, natürliches Vitamin E und Vitamin C spielen eine zentrale Rolle bei der Regeneration. Vitamin C ist besonders bei geschwächten Pferden wichtig, weil die körpereigene Bildung bei Stress und Krankheit nicht ausreichen kann. Gut verfügbare Quellen für natürliches Vitamin C, etwa Hagebutte oder Schwarze Johannisbeere, sind ein wertvoller Teil der Ration. Auch Spurenelemente wie Zink, Kupfer und Selen sollten nicht fehlen, denn sie unterstützen die Heilung des Gewebes und das Immunsystem.
Sowohl bei Pferden ohne Arbeit als auch in der Rekonvaleszenz ist die regelmäßige Kontrolle der Körperkondition entscheidend. Muskelabbau, übermäßige Verfettung, stumpfes Fell oder schlechtere Hufqualität können auf Fütterungsfehler hinweisen. Im Zweifel lohnen Blutuntersuchungen und die Besprechung der Ergebnisse mit einer Fachperson, damit die Ration an die tatsächlichen Bedürfnisse angepasst wird.
Zusammengefasst sollte die Fütterung von Pferden ohne Arbeit und in der Rekonvaleszenz durchdacht und individuell angepasst sein. Die richtige Menge Rohfaser, eine kontrollierte Energiezufuhr, hochwertiges Eiweiß sowie Unterstützung von Regeneration und Immunsystem sind in dieser besonderen Zeit die Grundlage der Gesundheit. Mit der passenden Ration lassen sich Gesundheitsprobleme nicht nur vermeiden, sondern auch die Zeit bis zur vollen Einsatzfähigkeit verkürzen! 🐎💚