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Warum sich die regelmäßige Zahnkontrolle lohnt

Warum sich die regelmäßige Zahnkontrolle lohnt

Der Zustand der Zähne hat einen enormen Einfluss auf Gesundheit und Lebenskomfort des Pferdes und auch darauf, wie es Futter aufnimmt und verwertet. Pferde zeigen uns nicht direkt, dass etwas nicht stimmt, deshalb gehören regelmäßige Zahnkontrollen zur grundlegenden Vorsorge. Zahnprobleme können zu schlechter Verdauung, Verlust von Körpermasse, Koliken, Magengeschwüren und sogar zu Veränderungen im Verhalten führen.

Die Zähne des Pferdes wachsen, anders als beim Menschen, ein Leben lang und werden beim Kauen von Raufutter abgerieben. Nutzt das Pferd sie nicht gleichmäßig ab, können scharfe Kanten entstehen, die Backen und Zunge verletzen, was wiederum Schmerzen beim Fressen und sogar bei der Arbeit am Gebiss verursacht. Besonders gefährdet sind junge Pferde, bei denen die Milchzähne durch bleibende Zähne ersetzt werden, und ältere Pferde, bei denen die Zähne übermäßig abgenutzt oder locker sein können.

Regelmäßige Zahnkontrollen sind auch für die Fütterung entscheidend. Ein Pferd mit schmerzenden Zähnen frisst langsamer oder meidet hartes Futter, was zu Unterversorgung und Abmagerung führen kann. Schlecht zerkleinertes Futter erhöht außerdem das Risiko von Verdauungsstörungen und Kolik. Wenn du bemerkst, dass das Pferd unverdaute Heu- oder Kornstücke fallen lässt (sogenanntes Quidding), länger kaut, beim Fressen oder bei der Arbeit mit dem Kopf schlägt, Kraftfutter verweigert oder unangenehm aus dem Maul riecht, besprich das unbedingt mit dem Tierarzt oder einem Pferdezahnarzt.

Wie oft sollte man die Zähne kontrollieren? Gesunde Pferde sollten unabhängig vom Alter mindestens einmal im Jahr eine Zahnkontrolle bekommen, am besten im Frühjahr oder Herbst, vor einer Phase intensiveren Trainings oder einer Futterumstellung (zum Beispiel vom Weidegang auf Heu). Bei älteren Pferden und solchen mit Zahnproblemen erfolgt die Kontrolle sogar alle 6 Monate. Die Untersuchung sollte ein Tierarzt oder ein qualifizierter Pferdezahnarzt durchführen, der die Maulhöhle genau ansieht, scharfe Kanten entfernt und Zahnfleisch und Backenzähne prüft. Nur dann können wir sicher sein, dass das Pferd das vorgelegte Futter voll nutzen kann.

💡INTERESSANT: Ein Pferd hat 36 bis 44 Zähne, je nach Geschlecht und dem Vorhandensein der Hengstzähne. Die Hakenzähne, auch Hengstzähne genannt, kommen am häufigsten bei Hengsten und Wallachen vor, seltener bei Stuten. Die ersten bleibenden Zähne brechen schon mit 2,5 Jahren durch, und das volle Gebiss erreicht das Pferd etwa im 5. Lebensjahr.

Zusammengefasst… Selbst die am besten ausbalancierte Ration wird nicht voll genutzt, wenn das Pferd sie nicht gut zerkauen kann. Regelmäßige Zahnkontrollen sind eine Investition in Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden deines Pferdes. Wer die Zähne mindestens einmal im Jahr prüfen lässt, beugt gesundheitlichen Problemen, Untergewicht, Koliken und unnötigem Schmerz vor und sorgt zugleich für Komfort im Alltag und im Training.

robert-gryzonie

Anmerkungen:

Staszyk, C., A. Suske, and A. Pöschke. “Equine dental and periodontal anatomy: A tutorial review.” Equine Veterinary Education 27.9 (2015): 474-481.
Roßgardt, Jessica, et al. “The equine dental pulp: histomorphometric analysis of the equine dental pulp in incisors and cheek teeth.” Veterinary Sciences 9.6 (2022): 261.
Dixon, P. M., Tremaine, W. H., & Pickles, K. „Equine dental disease part 2.” Equine Vet. J., 1999 — omawiana w Staszyk et al. (2015)
Rawlinson, Jennifer E. “Equine dental caries and restoration.” Equine Veterinary Education 35.12 (2023): 621-626.
„Equine dental and periodontal anatomy” – pełny podgląd PDF (ResearchGate); powołuje i rozwija koncepcje z Staszyk et al. 
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